Spanien ist für viele Deutsche mehr als ein Urlaubsland. Sie kaufen Ferienwohnungen an der Costa Brava, gründen Firmen in Barcelona oder erben ein Haus auf Mallorca. Früher oder später liegt dann ein Vertrag, eine notarielle Urkunde oder ein Gerichtsbeschluss auf dem Tisch, der auf Spanisch oder Katalanisch verfasst ist.
Wer solche Dokumente unterschreibt, ohne sie genau zu verstehen, geht ein echtes Risiko ein. Eine professionelle juristische Übersetzung schafft hier Klarheit. Dieser Beitrag erklärt, worauf es ankommt.
Zwei Amtssprachen in Katalonien
In Katalonien arbeiten Behörden, Gerichte und Grundbuchämter sowohl auf Katalanisch als auch auf Spanisch. Ein Grundbuchauszug aus Girona kann auf Katalanisch kommen, während der Notar in Barcelona die Kaufurkunde auf Spanisch aufsetzt. Für deutsche Käufer bedeutet das: Im selben Vorgang können zwei Ausgangssprachen auftauchen.
Ein Übersetzer, der nur Spanisch beherrscht, reicht in Katalonien oft nicht aus. Achten Sie darauf, dass Ihr Dienstleister beide Sprachen sicher abdeckt.
Warum Rechtstexte besondere Sorgfalt verlangen
Juristische Texte sind keine gewöhnlichen Fachtexte. Sie erzeugen Rechte und Pflichten. Begriffe wie escritura pública, arras penitenciales oder poder notarial haben im spanischen Zivilrecht eine klar umrissene Bedeutung. Im deutschen Recht gibt es dafür nicht immer eine exakte Entsprechung.
Ein guter Rechtsübersetzer kennt beide Rechtssysteme. Er wählt den funktional passenden deutschen Begriff und ergänzt bei Bedarf eine kurze Erläuterung. So vermeidet er, dass ein Leser eine Klausel völlig anders versteht als beabsichtigt.
Vereidigte Übersetzung in Spanien und Deutschland
Soll ein deutsches Dokument bei einem spanischen Gericht, Notar oder Register vorgelegt werden, verlangen die Stellen meist eine traducción jurada. Diese wird von einem vom spanischen Außenministerium ernannten Übersetzer gestempelt und unterschrieben.
Umgekehrt gilt: Braucht ein deutsches Amt oder Gericht eine spanische Urkunde auf Deutsch, wird in der Regel eine beglaubigte Übersetzung durch einen in Deutschland ermächtigten Übersetzer erwartet. Klären Sie also vorab, in welchem Land die Übersetzung verwendet wird.
Typische Dokumente
- Kaufverträge, Reservierungsvereinbarungen und notarielle Urkunden für Immobilien
- Gesellschaftsverträge, Handelsregisterauszüge und Vollmachten
- Letztwillige Verfügungen, Erbscheine und Nachlassdokumente
- Klagen, Urteile und Beweismittel in Zivil- und Familiensachen
- Arbeitsverträge und Aufhebungsvereinbarungen
Deutsches Recht im Blick behalten
Bei grenzüberschreitenden Vorgängen spielen oft auch deutsche Vorschriften eine Rolle, etwa im Erb- oder Gesellschaftsrecht. Die Plattform Gesetze im Internet des Bundesjustizministeriums stellt die aktuellen Bundesgesetze kostenlos bereit. Für Übersetzer ist sie eine wichtige Quelle, um deutsche Fachbegriffe korrekt und gesetzeskonform zu verwenden.
Den passenden Dienstleister finden
Der Preis ist nur ein Kriterium. Wichtiger sind Erfahrung mit Rechtstexten, Vertraulichkeit und ein Vier-Augen-Prinzip. Fragen Sie nach, ob ein zweiter Jurist oder Fachübersetzer die Übersetzung prüft und wie Fachbegriffe in langen Akten einheitlich gehalten werden.
Spezialisierte Agenturen haben hier einen klaren Vorteil. PoliLingua bietet eine juristische Übersetzung durch Fachübersetzer mit juristischem Hintergrund an, auf Wunsch beglaubigt und in vielen Sprachkombinationen, darunter Spanisch, Katalanisch und Deutsch. Gerade bei Projekten mit mehreren Ländern spart ein zentraler Ansprechpartner viel Abstimmung.
Häufige Fehler vermeiden
Viele Probleme entstehen schon vor der eigentlichen Übersetzung. Anlagen fehlen, Stempel auf der Rückseite werden nicht mitgescannt, Namen sind in verschiedenen Dokumenten unterschiedlich geschrieben. Hinzu kommt Zeitdruck, weil der Notartermin bereits feststeht.
- Senden Sie vollständige Dokumente inklusive aller Anlagen
- Liefern Sie eine Liste mit korrekten Namen und Firmenbezeichnungen
- Nennen Sie den Zweck der Übersetzung und die empfangende Stelle
- Planen Sie Zeit für die Prüfung durch Ihren Anwalt ein
Datenschutz und Vertraulichkeit
Verträge und Gerichtsakten enthalten sensible Daten. Nach der DSGVO muss Ihr Übersetzungsdienstleister diese sicher verarbeiten. Fragen Sie nach verschlüsselter Datenübertragung, Verschwiegenheitserklärungen und Löschfristen. Ein seriöser Anbieter beantwortet solche Fragen ohne Zögern.
Zeitplanung
Gerade bei Immobilienkäufen gilt: Der Notartermin wird oft kurzfristig angesetzt, sobald Finanzierung und Grundbuchauszug vorliegen. Wer die Übersetzung des Vertragsentwurfs erst dann bestellt, gerät schnell unter Druck. Besser ist es, schon den ersten Entwurf übersetzen zu lassen und spätere Änderungen nachzutragen.
Ein kurzer Vertrag ist meist in zwei bis drei Werktagen übersetzt. Umfangreiche Akten für eine Due-Diligence-Prüfung können mehrere Wochen dauern. Hinzu kommen Zeit für Stempel, Beglaubigung und Postversand. Wer den Notartermin oder die Gerichtsfrist früh mitteilt, ermöglicht dem Übersetzungsteam eine saubere Planung, etwa durch die Aufteilung auf mehrere Fachübersetzer mit gemeinsamem Glossar.
Dolmetscher beim Notartermin
In Spanien muss der Notar sicherstellen, dass alle Beteiligten den Inhalt einer Urkunde verstehen. Spricht ein Käufer kein Spanisch, wird häufig ein Dolmetscher hinzugezogen, der die Urkunde mündlich überträgt. Klären Sie frühzeitig mit der Notarkanzlei, ob ein eigener Dolmetscher mitgebracht werden darf oder ob die Kanzlei jemanden stellt.
Was eine juristische Übersetzung kostet
Die Kosten richten sich nach Umfang, Sprachkombination, Fachgebiet und Liefertermin. Abgerechnet wird meist nach Normzeilen oder Wortanzahl, für Standardurkunden gibt es häufig Pauschalen. Eine vereidigte Fassung mit Stempel kostet etwas mehr als eine einfache Fachübersetzung, da der Übersetzer persönlich für die Richtigkeit haftet. Eilaufträge am Wochenende oder über Nacht sind möglich, schlagen aber deutlich zu Buche. Lassen Sie sich deshalb immer ein schriftliches Angebot geben, in dem Lieferzeit, Beglaubigung, Versand und eventuelle Korrekturschleifen klar aufgeführt sind. So erleben Sie bei der Rechnung keine Überraschung.
Fazit
Eine juristische Übersetzung zwischen Spanisch, Katalanisch und Deutsch ist keine Formalität, sondern Schutz vor teuren Missverständnissen. Wer einen spezialisierten Übersetzer wählt, vollständige Unterlagen liefert und Fristen realistisch plant, unterschreibt mit gutem Gefühl.
